Fast 400 000 Abfallbehälter werden bewegt
Tonnenlager

Logistisches Großprojekt für das neue  Abfallsystem im Landkreis

Ab dem 1. Januar 2016 übernimmt der Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel die Abfallentsorgung im Landkreis Mayen-Koblenz. Schon ab dem 7. September startet im Auftrag der Kreislaufwirtschaft der Tausch der Abfallbehälter: Das logistische Mammutprojekt wurde wochenlang vorbereitet, um jedwede Unannehmlichkeiten für die Bürger zu vermeiden.

Die Zahlen
211 000 neue Abfallbehälter werden ausgeliefert: 68 000 Behälter für Restabfall, 67 000 Behälter für Bioabfall und 76 000 Behälter für Papier. Es werden 85 000 Haushalte auf 65 000 Grundstücken ausgestattet. Rund 180 000 Mehrkammertonnen-Tonnen werden eingesammelt, geschreddert und zu Granulat weiterverarbeitet. Insgesamt werden somit rund 400 000 Behälter bewegt.

Was ist anders an den neuen Tonnen?
Alle Behälter haben einen grauen Korpus. Die Abfallarten werden anhand farbiger Deckel unterschieden: grauer für den Restabfall und die Windeltonne, blauer für Papier und braun für den Bioabfall. Jeder Behälter hat einen Identifikationschip, einen Barcode und eine  Adresse, um eine eindeutige Zuordnung zu den Grundstücken zu ermöglichen. Im Chip selbst ist lediglich eine Zahlen-/Buchstabenkombination gespeichert; er enthält keine personenbezogenen Daten. Auch wenn jetzt schon getauscht wird: Erst ab 2016 registriert der Chip jede Leerung des Abfallbehälters.

Wann genau wird getauscht?
Allein wegen der Menge wird der Tausch im Kreisgebiet bis Ende November dauern. Auftakt ist in Kaltenengers und Urmitz/Bahnhof. Jeder Gebührenschuldner erhält etwa zwei Wochen vor dem Tausch ein persönliches Schreiben mit ausführlichen Informationen zum Ablauf des Behälterwechsels. Ziel war es, dass an einem Tag immer gesamte Ortschaften abgefahren werden. Nur in Ausnahmefällen wurden die Gebiete unterteilt.

Aufgrund der hohen Zahl der Grundstücke ist zum Beispiel in Andernach-Stadt und Mayen-Stadt der Tausch aller Abfallbehälter an einem Tag nicht realisierbar. Daher gibt es mehrere Termine für den Behälterwechsel. Stadtteile wie u.a. Andernach-Kell oder Mayen-Alzheim werden aber geschlossen innerhalb eines Tages getauscht.

Wie läuft der Tausch der Tonnen ab?
Die neuen Abfallbehälter werden an zwei Tagen ausgeliefert. An einem wird das Mehrkammergefäß für Bio- und Restabfall gegen zwei neue Behälter getauscht, am anderen Termin passiert dasselbe mit der Papiertonne. Am Abfuhrtag selbst werden die Tonnen am üblichen Standort und wie gewohnt bis spätestens 6 Uhr bereitgestellt. Die neuen Behälter kommen dann im Laufe des Tages. Sollte die Sammlung der alten Behälter an diesem Tag nicht abgeschlossen sein, dann ist das kein Grund zur Sorge: Dann werden die Behälter am Folgetag abgeholt. Daher ist es wichtig, den alten Behälter draußen stehen zu lassen. Die neuen Behälter werden vor Ort mit dem Barcode und der Adresse versehen. Die Logistiker nennen das: „Den Behälter mit dem Grundstück verheiraten.“

Wer leert die neuen Behälter künftig?
Bis zum Jahresende bleibt es dabei, dass die Firma Sita die Leerung der Behälter erledigt - und zwar in dem Rhythmus, der im Abfuhrkalender vorgegeben ist. An den Terminen bis Ende des Jahres ändert sich also nichts. Die Abfuhrtermine für das neue Jahr, wenn der Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel diese Aufgabe übernimmt, bekommen alle Haushalte im Dezember durch einen Abfuhrplaner mitgeteilt - so wie die bisherigen Jahre auch.

Kann man selbst zum Gelingen beitragen?
Sehr sogar. Sind die Abfallbehälter getauscht, sollte man schauen: Stimmen die nummern auf dem Behälter und die aufgeklebte Adresse mit den Daten in dem Anschreiben überein? Ist die Kundennummer und Behältergröße richtig? Wenn ja, ist alles ok. Bei Unstimmigkeiten kann man diese sofort der kostenfreien Telefonnummer 0800/1002323 melden. Auch Vermieter können mithelfen, indem sie diese Fragen mit ihren Mietern klären. 

Ich möchte Behälter in anderen Größen? Was kann ich tun?
Grundsätzlich kann man die Größe der Behälter frei wählen. Durch den enormen logistischen Aufwand des Tonnentauschs bittet die Kreislaufwirtschaft aber um Verständnis, dass in dieser Zeit keine Behälter wegen der Größe getauscht werden können. Erst ab 1. Januar 2016 kann ein Behälterwechsel beantragt werden. Vorteil: Man kann selbst in der Praxis testen, welche Größen man tatsächlich bei sorgsamer Trennung benötigt.