Start für das neue Abfallsystem - 10 Punkte geben einen Überblick, was sich ändert

Von Anfang September bis Mitte November wurden in Mayen-Koblenz rund 220.000 neue Abfallbehälter aufgestellt und im Gegenzug  160.000 alte Mehrkammertonnen eingesammelt. Aus zwei Tonnen wurden drei Tonnen. Spätestens seit diesem Zeitpunkt dürfte jedem klar sein: Hier ändert sich was. Der Tausch der Abfallbehälter war nur der erste Schritt der Veränderung für die MYK-Bürger. Seit dem Jahreswechsel heißt es sich einzustellen auf ein völlig neues Abfallsystem. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

1.    Die neue Abfallwirtschafts – und Abfallgebührensatzung treten in Kraft
Seit dem 1. Januar gelten die neuen Satzungen, die im März 2015 vom Kreistag beschlossen wurden.  Sie setzen die Rechtsgrundlagen für das neue Abfallsystem. Eine wesentliche Änderung ist die Umstellung des Personentarifes, bei dem eine Pauschalgebühr abhängig von der Haushaltsgröße gezahlt wurde, hin zu einem Tonnentarif, der den individuellen Bedarf des Abfallverursachers berücksichtigt. 

2. Gebührenmodell
Die Abfallgebühr setzt sich danach aus einer grundstücksbezogenen Grundgebühr von 12,89 Euro pro Jahr einer haushaltsbezogenen Grundgebühr von 94,66 Euro je Haushalt pro Jahr sowie den Gebühren für die Behälter zusammen. Für den Biobehälter wird eine Behältergebühr pro Jahr fällig, die sich nach der Größe der Biotonne richtet. Es fallen keine Leerungsgebühren an. Der Restabfallbehälter schlägt mit einer größenabhängigen jährlichen Behältergebühr zu Buche zuzüglich einer Gebühr für jede Leerung.  Für jede Leerung der mindestens halb befüllten Papiertonne gibt es eine Gutschrift pro Leerung. Hinweis: Bürger, die einen größeren Behälter bestellt haben, der aber noch nicht ausgeliefert wurde, zahlen die höhere Behältergebühr erst ab Auslieferung und nicht ab 1. Januar. Wer umgekehrt einen kleineren Behälter bestellt hat, der noch nicht ausgeliefert wurde, zahlt nur die Gebühr für den kleinen. Den Bürgern entsteht daher kein finanzieller Nachteil bei verspäteter Auslieferung.

3. Im Gebührenbescheid wird anders abgerechnet
Der Abfallgebührenbescheid wird wie gewohnt im März an alle Haushalte versandt mit zwei Fälligkeiten: 15. April und 15. Oktober.  In 2016 werden die grundstücksbezogenen Grundgebühren und die Haushaltsgebühren, sowie die jährlichen Behältergebühren der Bio- und Restabfalltonne abgerechnet. Hinzu kommen  die vier Mindestleerungen der Restabfalltonne. Alle Leerungen darüber hinaus in 2016 sowie die Gutschriften für die Leerung der Papiertonne werden erst im Bescheid 2017 verrechnet.

4. Die Tonnen werden bei jeder Leerung  erfasst
Alle Behälter sind mit einem Identifikationschip ausgestattet, der bei jeder Schüttung durch das Müllfahrzeug ausgelesen wird. Auf dem Chip sind keine personenbezogenen Daten gespeichert. Er macht jedoch Rückschlüsse möglich, mit welchem Grundstück, der jeweilige Behälter „verheiratet“ ist. Jede Leerung wird registriert und die Informationen automatisch in der Software für die Gebührenabrechnung abgespeichert. 

5.         Abfuhrrhytmus
Mit dem neuen Abfallsystem kommt ein neuer Abfuhrrhythmus. Der Biobehälter wird  weiterhin alle zwei Wochen, also 26 Mal im Jahr geleert. Papier und Restabfälle werden alle vier Wochen, also maximal 13 Mal im Jahr, abgefahren. Die neue AbfallApp MYK erinnert an die Abfuhrtermine. Sie kann im App-Store oder im Google Play-Store runtergeladen werden.

6.         Der Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel (AZV) übernimmt die Abfuhr
Mit Beginn des neuen Jahres übernimmt der Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel die Müllabfuhr im Landkreis Mayen-Koblenz. Er tritt damit in die Fußstapfen der Firma SITA, die über zwei Jahrzehnte für die Abfallentsorgung kreisweit zuständig war. Der auslaufende Vertrag mit SITA und ein nicht mehr zeitgemäßes Abfallsystem machten einen Wechsel erforderlich.  Ein großes Plus: Durch die enge Verzahnung und der Nutzung einer gemeinsamen Software  arbeiten AZV und die Kreislaufwirtschaft zukünftig Hand in Hand. 


7.         Mit dem AZV kommen neue Müllfahrzeuge

Modernste Technik wurde in den 22 neuen Müllfahrzeugen eingebaut. Sie bieten neben der notwendigen Technik zur Auslesung der Chipdaten auch viel Komfort für die Müllwerker und mehr Sicherheit für den Bürger. Alle Fahrzeuge haben eine extra Glasscheibe im rechten unteren Bereich der Beifahrertür, um den toten Winkel, der vor allem für Fahrradfahrer gefährlich werden kann, besser einzusehen. Drei Fahrzeuge wurden zudem probeweise mit einer Rückfahrkamera ausgestattet.


8.         Wertstoffhof öffnet seine Pforten

Beim neuen Wertstoffhof an der Zentraldeponie Eiterköpfe kann man (fast) alles abgeben, was im Haushalt an Abfällen anfällt. Neben einem Büro- und Sozialgebäude, einer Lkw-Service- und Waschhalle, einer Umschlaghalle für Papier, Pappe- und Kartonagen, einem Tonnenlager, einer Eigenbedarfstankstelle und Containerstellflächen, entsteht auf dem 48.000 Quadratmeter großen Gelände ein Wertstoffbereich inklusive Problemabfallannahme. 


9.         Grünabfallsammelplätze befinden sich im Aufbau

Ab dem neuen Jahr wird Grünschnitt nicht mehr drei Mal im Jahr abgefahren, mit Ausnahme der Weihnachtsbäume, deren Sammlung von ortsansässigen Vereinen organisiert wird. Stattdessen entsteht kreisweit ein Netz von Grünabfallsammelplätzen, an denen der Bürger rund um die Uhr, mit Ausnahme von Sonn- und Feiertagen, von 6 bis 22 Uhr holz- und strauchartigen Grünabfall abladen kann (keinen Rasenschnitt!). Seit über einem Jahr ist in Andernach ein solcher Grünabfallsammelplatz als Pilotprojekt geöffnet, der von allen Bürgern im Kreis genutzt werden kann. Andere Plätze befinden sich derzeit im Aufbau.

10.       Jetzt gilt es: Richtiges Trennen zahlt sich aus!
Bei all den Neuerungen ist eines besonders wichtig: das richtige Abfallverhalten. Wer seine Abfälle sorgsam trennt, der spart Gebühren.  Ziel sollte vor allem sein, seine Restabfälle zu reduzieren. Landesweit liegt der MYK-Kreis mit seinem Restabfallaufkommen aktuell an der Spitze. Was nichts anderes heißt, als dass Bioabfälle, Kunststoffe und auch Papier im Restabfall landen.