Mulch-Mähen bringt viele Vorteile
Grashalme

Größere Biotonne oder Fahrten zu Rasenschnittbehältern überflüssig


Sommerzeit ist Gartenzeit. Kein Tag vergeht, an dem in der Nachbarschaft kein Rasenmäher knattert. Doch wohin mit dem Rasenschnitt? Rasenschnitt gehört grundsätzlich in die Biotonne. Rasenschnitt kann in diesem Jahr auch über die in den Verbandsgemeinden und Städten für den Bürger kostenlosen Rasenschnittbehälter entsorgt werden (Standorte unter www.kreislaufwirtschaft-myk.de/rasenschnittbehälter). Dabei handelt es sich um ein Modellprojekt, das bis Ende der Vegetationsperiode erprobt wird.

Die Frage nach der Entsorgung des Rasenschnitts ist allerdings überflüssig, wenn man damit mulcht. Klaus-Peter Elzer, Umweltberater des Landkreises Mayen-Koblenz: „Hierbei bleibt das zerkleinerte Rasenschnittgut nach dem Mähen direkt auf der Rasenfläche. Spezielle Mulch-Mäher, nachrüstbares Zubehör oder  Rasenroboter sorgen für den optimalen Schnitt.“ 

Wer nun meint, das sehe unschön aus oder schadet dem Rasen, der täuscht sich. Im Gegenteil: Eine neue Studie beweist, dass Mulch-Mähen besser für den Rasen ist. In einem Langzeitversuch der Universität für Bodenkultur in Wien-Essling wurde eine 1000 Quadratmeter große Rasenfläche mit einem Standard-Mäher geschnitten und das Schnittgut jeweils konsequent entsorgt und mit Mineraldünger gedüngt. Parallel wurde eine ebenso große Fläche mit einem Mulch-Mäher kultiviert und das Schnittgut jeweils liegen gelassen.

Die Forscher kamen zu folgendem Ergebnis: Die gemulchte Fläche sah am Ende der Studie gesünder aus und hatte eine konstante Dichte. Dies ist vor allem auf den besseren Nährstoffgehalt zurückzuführen. Denn der Rasen erhält durch das Mulchen automatisch 20 kleinere Düngeinheiten. Spezialdünger ist somit überflüssig – das schont die Umwelt und spart bares Geld. Weiter räumt die Studie mit einem Vorurteil auf, dass Mulch-Mähen zur Filzbildung führe.  Auch hier kam man zum gegenteiligen Ergebnis: Die gemulchte Fläche wies deutlich weniger Rasenunkräuter auf und keinen Filz. Bodenbiologisch kann sich das Resultat ebenfalls sehen lassen. Auf der Mulchfläche war die Aktivität von Bodenorganismen um 40 Prozent höher als auf der normal gemähten Fläche. Je aktiver diese Organismen, umso stärker die Bodenatmung. Das ist gut für den Rasen.

„Die Vorteile liegen auf der Hand“, so Elzer. „Dennoch ist einiges zu beachten: Der Rasen muss regelmäßig gemäht werden, damit das verbleibende Schnittgut nicht verklumpt und der Rasen darunter vergilbt. 21 Mal sollte der Rasen im Jahr gemulcht werden. Dabei muss der Rasen trocken sein. Auch die Schnittlänge sollte so eingestellt werden, dass rund ein Drittel der Wuchshöhe abgeschnitten wird. Wenn das alles beachtet wird, steht einem saftig-grünen Rasen nichts mehr im Weg.“

Fazit: Wer sich fürs Mulch-Mähen entscheidet, der kann sich nicht nur über ein schönen Rasen freuen, sondern kann auf eine größere Biotonne oder die Fahrt zum Rasenschnittbehältern verzichten.