Müllgebührenbescheide werden versandt
Beispiel Gebührenbescheid 2017

Luftabkippen kostet beim Restmüll Geld – Jede Leerung wird vom Chip registriert

In wenigen Tagen werden im Kreishaus, wie in jedem Jahr, die Müllgebührenbescheide versandt. Doch in diesem Jahr ist die Situation eine andere: Viele werden weniger zahlen als in Vorjahren.

Familie Becker aus dem Landkreis freut sich jedenfalls schon. Die dreiköpfige Familie hat sich ausgerechnet, dass ihre Müllgebühren um gut 60 Euro und damit mehr als 27 Prozent sinken werden. Hintergrund: Familie Becker hat in 2016 konsequent ihren Müll getrennt, ihre Papiertonne regelmäßig und ihre Restmülltonne nur 6-mal im ganzen Jahr zur Leerung rausgestellt. „Alles richtig gemacht“, lobt man im Kreishaus. Und motiviert andere, es den Beckers gleich zu tun.

Wenn der Gebührenbescheid ins Haus flattert, lohnt der Blick auf die Abrechnung. Auf der Vorderseite findet man die Berechnung für die Vorauszahlung 2017, mit der alle in einem Jahr anfallenden Fixkosten abgedeckt sind. Hinzu kommt die Spitzabrechnung für das zurückliegende Jahr 2016. Diese ist in der Folge aufgeführt und beinhaltet neben den Fixkosten für 2016 auch alle tatsächlich erfolgten Leerungen von Restmüll- und Papiertonne. Für die Leerung der Papiertonne gibt es Geld, für die Restmülltonne werden Gebühren fällig. Wer aber will schon Geld für nichts bezahlen? Doch zahlreiche Haushalte im Landkreis machen genau das: Sie stellen ihre Restmülltonne noch viel zu oft zur Abfuhr raus - obwohl noch viel Platz darin ist. Das kostet bei einer 120-Liter-Tonne jedes Mal 4,14 Euro je Leerung und bei der 240-Liter-Tonne sind es schon 8,28 Euro.

Die gute Nachricht: Der Restmüllanteil ist drastisch gesunken. Vor der Umstellung des Abfallwirtschaftssystems fielen 194 Kilo Restmüll pro Einwohner und Jahr an. Damit lag Mayen-Koblenz landesweit auf einem der unrühmlichen Spitzenplätze. Inzwischen sind es nur noch 102 Kilo. Dazu sagt der Erste Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth. „Die Gesamtmenge sank von über 40.300 auf 21.500 Tonnen. Das ist  ein großer Erfolg und sehr wichtig, damit wir die Müllgebühren stabil halten können. Konsequentes Trennen lohnt sich.“

Bei der nächsten Restabfallsammlung sollten die Bürger folglich genau überlegen, ob der Platz in der Tonne nicht noch für weitere vier Wochen reicht. Das reduziert die Gebührenrechnung merklich, wie die für die Abfallentsorgung zuständige Abteilungsleiterin Dagmar Menges erklärt: „Obwohl deutlich weniger Müll anfällt, werden die Restmülltonnen immer noch viel zu oft zur Leerung bereitgestellt – häufig nur zur Hälfte gefüllt.“ Dass immer noch viel Luft gekippt wird, das sehen zum einen die Müllmänner des Abfallzweckverbandes bei ihrer täglichen Arbeit. Da die Abfallbehälter mit elektronischen Chips ausgestattet sind, die jede Leerung für den Gebührenbescheid registrieren, können das auch die Mitarbeiter der Kreislaufwirtschaft sehen: Der 120-Liter-Behälter wurde 2016 bei zwölf möglichen Leerungen durchschnittlich 8,62 mal rausgestellt, der 240-Liter-Behälter 10,5 mal: „Wären die Tonnen immer voll gewesen, müsste die Gesamtmenge an Restmüll deutlich höher sein.“

Am 24. März werden nun die Müllgebührenbescheide verschickt. Wer Fragen zu seinem Bescheid hat, kann sich ab Montag, 27. März 2017, direkt an seinen zuständigen Sachbearbeiter  wenden, dessen Durchwahl auf dem Bescheid steht.

Hinweis:

Ein Erklärvideo zum Abfallgebührenbescheid finden Sie hier, zusätzlich finden Sie hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.